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25.09.2012 Florian

Ich habe einen kleinen Sohn, der in wenigen Wochen 7 Jahre alt wird. Ich bin total stolz auf den kleinen Kerl. Er ist sehr pfiffig und intelligent. Er ist dieses Jahr in die Schule gekommen und macht das ganz toll. Aber ich habe auch sehr große Sorgen um ihn. Was wird aus ihm, wenn ich nicht mehr da sein sollte? Im Moment ist er sehr anhänglich. Er bekommt schon Panik, wenn er mich im Haus nicht mehr hört. Dann ruft er und fragt, ob bei mir alles in Ordnung ist.

Als ich damals die Diagnose bekam musste ich sofort ins Krankenhaus. Dort war ich dann 4 Wochen. Ich kam einen Tag vor Weihnachten ins Krankenhaus. Mein Mann und ich waren total geschockt. Wir konnten uns damals nicht sofort richtig um Florian kümmern. Er hat das damals bestimmt gar nicht verstanden und große Angst bekommen. Auf einmal war seine Mama weg. Jetzt bin ich immer sehr ehrlich zu ihm. Ich erkläre ihm immer, was mit mir gemacht wird. Aber damals habe ich mich nicht um ihn kümmern können.

25.9.12 10:44, kommentieren

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20.09.2012 Besuch der alten Dame

Ich habe eine Freundin, die bei mir in der Nachbarschaft wohnt. Sie ist ungefähr 80 Jahre alt. Also deutlich älter als ich. Wir kennen uns natürlich schon lange Jahre, aber bisher hatten wir uns nur gegrüßt und belanglose Dinge ausgetauscht.

Vor einigen Monaten traf ich sie bei meinem Hausarzt und wir kamen ins Gespräch. Sie erzählte mir davon, wie oft sie schon Krebs hatte und was alles schon operiert wurde (Brust, Niere, Magen...). Das war aber nicht das übliche austauschen von Krankheiten, sondern es war für mich viel mehr. Diese Frau ist so lebensbejahend, so fit und immer gut gelaunt. Ich wußte vorher nicht, wie krank sie ist (ihr Mann hatte auch Krebs und ist dann am Herzinfarkt gestorben). Für mich ist sie ein wahnsinniges Vorbild, welches mir Kraft gibt.

Vorgestern war sie bei mir zu Besuch zum frühstücken. Die tollen Gespräche machen mich sehr glücklich. Sie ist ein Mensch der mir Guttut.

20.9.12 10:14, kommentieren

17.09.2012 Sich selbst Gutes tun

Ganz wichtig für mich ist, dass ich mir viel Gutes tue. Vor allem ist es wichtig, dass ich mich mit Menschen umgebe, die mir Gut tun. Das hat dazu geführt, dass ich viele Menschen so weit wie möglich meide, die nicht gut für mich sind. Das heißt nicht, dass ich diese Menschen nicht mag. Aber sie haben eine Art, mit der ich im Moment nicht gut klar komme. Da gibt es z.B. die Menschen, die medizinisch alles wissen. Die nur von Krankheiten reden und die stolz sind auf alle Untersuchungen, die der Arzt bei ihnen vorgenommen hat. Wenn das dann auch noch Geld gekostet hat, sind sie seelig. Problem ist, dass diese Menschen meist kerngesund sind. Sie sind dann auch einfach glücklich, wenn sie mir sagen können, was ich unbedingt machen soll. Ich habe dann immer das Gefühl, ich mache alles falsch.

Der zweite Typ Mensch, den ich nach Möglichkeit meide, ist der, der ohne Punkt und Komma redet. Viele Frauen haben diese Angewohnheit. Da ich eher als wortkarg gelte, habe ich keine Chance, etwas auf den Redestrom zu erwidern. Ich finde es ungemein anstrengend solchen Monologen zu folgen, weil die Themen wild durcheinandergemischt werden. Ich kenne drei bis vier dieser Frauen. Das ist mir einfach zu anstrengend.

Aber ich habe soviele Menschen kennengelernt, die mir wirklich gut tun.  Die sprechen mit mir und die nehmen Anteil. Sie leiden wirklich mit. Die fragen einfach wie es mir geht und wollen eine ehrliche Antwort. Das ist das was ich will. Einen Dialog, bei dem jeder reden darf und bei dem jeder sich für den Anderen interessiert.

 

1 Kommentar 17.9.12 11:20, kommentieren

14.09.2012 Infusion

Gestern war ich mal wieder im Krankenhaus auf der onkologischen Ambulanz. Dort bekomme ich alle drei Wochen eine Infusion, die den Tumor und die Knochenmetastasen in Schach hält. Solange mein Leben denn dauert, werde ich mit diesen Infusionen leben müssen. Aber ich bin auch froh, dass es so tolle Mittel gibt, die soviel Gutes für mich tuen.

Diese Mittel erlauben es  mir länger zu leben. Leider bin ich aber auch natürlich abhängig davon. Ich muss den Urlaub um die Infusionen legen. Ich muss bei jedem Termin schauen, ob ich nicht zur Infusion muss.

 So war ich gestern also mal wieder dort. Bis vor wenigen Wochen wurde mir die Infusion über normalem Venenzugang gelegt. Da ich aber scheinbar so schlechte Venen habe, war das immer eine ziemliche Quälerei, bis die Nadel endlich saß. Im Juli habe ich dann einen Port gelegt bekommen. Das ist ein Venenzugang der unter der Haut liegt. Die Port- OP war sehr schmerzhaft, da auch nur örtlich betäubt wurde. Da meine Venen aber nicht dort liegen, wo andere Menschen diese haben, wurde es eine richtige Quälerei. Aber jetzt hat die Quälerei bei der Infusion ein Ende. So bin ich sehr dankbar, dass ich jetzt den Port habe.

Es wird immer so einfach gesagt, ich solle die Krankheit annehmen. Was heißt das eigentlich? Ich bin jetzt dreimal operiert worden. Jedesmal hatte ich Schmerzen, die mir teilweise erhalten geblieben sind. Mit jeder OP habe ich neue Narben dazu bekommen. Die Krankheit nimmt unheimlich viel Zeit in Anspruch, die mir für das wirkliche Leben fehlt. Wie soll ich das akzeptieren?

1 Kommentar 14.9.12 09:29, kommentieren

13.09.2012 Der Anfang

Heute fange ich hier mit meinem Blog an, weil es mir ein Bedürfnis ist. Ich weiß nicht, ob das hier jemand liest, aber das ist auch egal.

Ich wünschte mir, dass mir Menschen schreiben, die Ähnliches erleben oder erlebt haben. Durch meine Krebserkrankung habe ich schon viele tolle und interessante Menschen kennengelernt und das tut mir einfach gut.

Heute habe ich erstmal meinen Durchhaltesong hier reingeschrieben. Ich habe das tolle Lied von Nena ein wenig auf mich abgewandelt und so passt es auf meine derzeitige Verfassung, wie die berühmte Faust aufs Auge.

13.9.12 14:19, kommentieren